Resolution der Gemeinde-Präsidienkonferenz vom 31. Mai 2010
zum Rettungswesen in der Region Grenchen-BürenZusammensetzung des GremiumsArch, Christian Röthlisberger, Gemeindepräsident Bettlach, Hans Kübli, Gemeindepräsident Büren an der Aare, Claudia Witschi-Herrmann, Gemeindepräsidentin Grenchen, Boris Banga, Stadtpräsident Leuzigen, Rolf Schlup, Gemeindepräsident Lengnau, Max Wolf, Gemeindepräsident Meienried, Susanne Gilgen, Gemeindepräsidentin Oberwil, Roland Probst, Gemeindepräsident Rüti bei Büren, Andreas Philipp, Gemeindepräsident Konrad Schleiss, Präsident Repla GB Status quo Die Schliessung verschiedener Spitäler in den Kantonen Bern und Solothurn und die damit verbundene Konzentration der Spitalleistungen auf wenige Standorte in der näheren Umgebung unserer Region (Aarberg, Biel, Solothurn) führte dazu, dass die Sanitätsrettungsdienste, welche in der Regel ihren Stützpunkt am Sitz des Spitals haben, sich nicht mehr an optimalen Standorten befinden. Deshalb hat die Stadt Grenchen einen eigenen, vom Interverband für Rettungswesen anerkannten, Rettungsdienst aufrecht erhalten. Unsere Region wird von vier verschiedenen Rettungsdiensten versorgt: Rettungsdienst Grenchen, Rettungsdienst Bürgerspital Solothurn, Ambulanz Rettung Biel AG und Ambulanzdienst des, zum Spitalnetz Bern gehörenden, Spitals Aarberg. Zwischen der Stadt Grenchen und der Solothurner Spitäler AG wurde eine Leistungsvereinbarung abgeschossen, welche die finanzielle Abgeltung, sowie die Zusammenarbeit regelt. Die Stadt Grenchen trägt das Defizit. Den Sanitätsrettungsdiensten Aarberg und Biel wurden vom Kanton Bern Einsatzperimeter zugeteilt, welche sich mit dem Rettungsdienst Grenchen konkurrenzieren. Im Kanton Solothurn wurden die Gemeinden nach Erreichbarkeitsberechnungen aufgeteilt und vom nächstgelegenen Stützpunkt aus versorgt.
Die Zuteilung der Perimeter und die Form der Finanzierung erfolgen durch die Kantone. Im Vordergrund steht im Kanton Bern nicht die optimale Erreichbarkeit der Patienten, sondern eine auf die Nutzung von Synergien ausgerichtete Logistik. Zur Anwendung kommen dabei die 80/30 (Kanton Bern) oder 90/15 (Kanton Solothurn) Regeln, welche auf den Einzelfall bezogen, nichts nützen.
In bestimmten, zeitkritischen Fällen (z.B. Hirnschlag, Herzinfarkt, Kreislaufstillstand und akutem Asthma), wo die Zeitspanne zwischen Schadenseintritt und Eintreffen der Rettungsdienste für den späteren Genesungsverlauf entscheidend sind, decken die Rettungsdienste der Städte Biel und die Ambulanz des Spitals Aarberg unsere Region nur ungenügend ab. Lengnau beispielsweise, liegt im Perimeter des Rettungsdienstes Biel und kann je nach Verkehrsbelastung in maximal 15 bis 30 Minuten erreicht werden. Der Rettungsdienst Grenchen ist in 5 Minuten an Ort!
Resolution Feststellend, dass die Situation in der Sanitätsrettung in der Region Grenchen-Büren unbefriedigend ist, wird folgende Resolution zu Handen des Regierungsrates des Kantons Bern beschlossen:
Der Mensch in Not (Patient) steht im Mittelpunkt. Die Rettung soll so schnell wie möglich erfolgen.
Entscheidend für den Erfolg der Rettung ist die Erstbetreuung. In zweiter Priorität steht, abhängig von der Verletzung, der Krankheit und des Standorts die Wahl des Spitals mit der grössten Kompetenz.
Die Standorte der Rettungsdienste sollen neu so gewählt werden, dass eine grösstmögliche Anzahl Bewohner innert kürzester Zeit erreicht werden kann. Kantons- und Gemeindegrenzen dürfen bei der Rettung keine Rolle spielen. Die Bewohner aller Regionen sollen sich darauf verlassen können, dass sie so schnell wie möglich gerettet werden.
Der Notruf muss über Kantons- und Sprachgrenzen hinaus tadellos funktionieren. Die Organisation/Abstimmung der Alarmierung ist ebenso dringlich zu regeln wie die Rettung selbst.
Der Rettungsdienst Grenchen steht am richtigen Ort und soll für den Perimeter Arch, Büren an der Aare, Bettlach, Grenchen, Lengnau, Leuzigen, Meinisberg, Pieterlen, Rüti bei Büren, Romont, Selzach, zuständig sein.
Der Rettungsdienst Grenchen soll von den Kantonen offiziell anerkannt und mitfinanziert werden. |